Karenland

Die Karen stellen mit etwa 280000 Menschen bei weitem die grösste Stammesgruppe in Thailand. Sie sind seit vielen Jahrhunderten in Burma ansässig. Karen-Dörfer findet man hauptsächlich in den tiefergelegenen Berggebieten der nördlichen Provinzen, aber auch in Zentral- Thailand. Die Karen widersetzten sich schon zur Zeit der britischen Kolonisierung den Machtambitionen der Birmesen, auch mit britischer Hilfe. Im Jahre 1947 erklärten sie nach Beendigung des 2.Weltkriegs und dem damit verbundenen Abzug der Japaner, ihr Land für unabhängig. In Kämpfen mit birmesischen Milizen, in denen die Karen durch die Briten unterstützt wurden, konnten sie sich bis 1948 behaupten. Die Birmesen schlossen den Karenstaat 1948 als halbautonomen Staat ihrem im gleichen Jahr von Großbritannien unabhängig gewordenen Staat Birma an. Die  Karen mussten 1950 große militärische Rückschläge hinnehmen und unterzeichenten 1964 ein Abkommen mit den Birmesen zur Einstellung der Kampfhandlungen. Partisanen der Karen setzten jedoch in den Bergregionen, vor allem an der Grenze zu Thailand, ihren Kampf fort – vor allem gegen den 1962 gebildeten ‚Recht-und-Gesetz-Wiederherstellungsrat‘ (SLORC), einem Terrorinstrument der Birmesen. Im Jahre 1976 beschloss der SLORC ein Umsiedlungsprogramm. Die Dorfbevölkerung der Karen hatte sich auf schnellstem Wege zu den angegebenen Umsiedlungsstellen zu begeben, wo sie ohne genügend Nahrung und medizinische Versorgung verblieben. 1988 erfolgten Protestkundgebungen gegen die 26-jährige SLORC-Militärherrschaft. Tausende von protestierenden Karen wurden ermordet, und die Karen-Reservate unter direkte Militärherrschaft gestellt. Bis Mitte der 90-er Jahre konnten Partisanen der Karen erhebliche Geländegewinne erzielen. Ein weiteres Vordringen der Karen wurde durch eine Offensive der Regierungstruppen verhindert. 1995 war man sich zwar über einen Waffenstillstand einig geworden, der den seit 48 Jahren andauernden Krieg beenden sollte, dieser hielt jedoch nicht lange. Die Brutalität und systematische Menschenrechtsverletzungen durch die SLORC sind alle nachgewiesen und dokumentiert. Die Karen sind und bleiben ökonomisch und physisch unterdrückt. Es wird geschätzt, daß allein während der Zwangsumsiedlung des Jahres 1996, bis zu 30.000 Karen ihre  Häuser, Land und Habseligkeiten verloren. Die meisten von ihnen endeten in staatlichen Umsiedlungslagern, während sich 7.000 andere nach Thailand retten konnten.
Das tapfere Volk der Karen – ein vergessenes Volk…

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